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Barfuß laufen

Lange habe ich überlegt, worüber ich meinen ersten Blog für meine Seite schreiben sollte.

Dann kam mir die Idee, ich fange mit dem offensichtlichen an, und zwar mit dem, was uns jeden Tag durch das Leben trägt (zumindest in den meisten Fällen), auf dem wir gehen und stehen. 

 

Einige Menschen lieben es einfach barfuß zu laufen. Die meisten von uns haben es ehrlich gesagt schlicht und ergreifend verlernt einfach mal die Schuhe auszuziehen und barfuß über eine Wiese oder einen Weg zu gehen. Lieber haben wir unsere Schuhe an den Füßen, da sie uns Sicherheit geben und dafür sorgen, dass wir keine dreckigen Füße bekommen oder uns eventuell an den Füßen verletzen. Anhand der Menschen z.B. in Afrika oder anderen Schwellenländern können wir jedoch sehen, dass es absolut nicht schädlich ist barfuß zu laufen, ganz im Gegenteil.

 

Barfuß laufen hat sehr viele Vorteile:

 

  • Kräftigt die Fußmuskulatur
  • trainiert Bänder und Sehnen 
  • verbessert die Koordination
  • stabilisiert das Fußgelenk und minimiert das Verletzungsrisiko
  • beugt Fußfehlstellungen und orthopädischen Folgeproblemen vor
  • trainiert die Waden
  • fördert einen gesunden Laufstil
  • fördert eine gesunde Körperstatik und kann so helfen, Knie- und Rückenschmerzen zu lindern

Wie man hier sieht, steckt im barfuß laufen ein großes Potenzial etwas für seine Gesundheit zu tun. Nur wie bei allen Dingen, muss man es halt eben einfach auch machen und seinen inneren Schweinhund überwinden. 

Ich selbst kenne Menschen, die ausschließlich ohne Schuhe laufen. Ganz ehrlich gesagt, das wäre für mich auch Zuviel des Guten. Leider gibt es bei uns genug Wege und Straßen auf denen Menschen ihren Dreck hinterlassen, Glasscherben liegen herum oder es gibt einfach Situationen die eben Schuhe notwendig machen u.a. bei der Arbeit oder auf bestimmten Veranstaltungen. 

 

 

Um zurück zu seinen Basics zu kommen, sollte man es langsam angehen. Nicht jeder Untergrund ist für unsere Füße geeignet.

 

Um erste Erfahrungen machen zu können gibt es u.a. an Wäldern oder Schulen oft die sogenannten Sinnes- oder auch Barfußpfade. Hier kann man sich auf verschiedensten Untergründen ausprobieren  und schauen was ist ganz angenehm und was eher nicht bzw. wie fühlt sich was an meinen Füßen an. 

 

Man kann aber auch alltägliche Gegebenheiten wie z.B. Steinwege mit Schotter (eher schmerzhaft), Kopfsteinpflaster oder vielleicht doch den schönen Sandstrand nutzen. Wichtig ist nur man muss es langsam angehen und nicht sofort übertreiben, da unsere zarte sensible Haut an den Füßen dies ja nicht mehr gewohnt ist. 

Aber auch unsere Wälder laden uns ein, den Boden mit unseren Füßen zu testen. Dabei ist es egal ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter es liegen immer für den Wald typische Dinger herum z.B. Blätter oder Äste. Manchmal nach einem ausgiebigen Regenschauer ist der Boden auch leicht aufgeweicht, auch das ist ein Interessantes Gefühl für die Füße.

 

Versuche dich einmal beim barfuß laufen darauf zu konzentrieren, zuerst mit der Ferse aufzusetzen. Was im Schuh unproblematisch ist, wirkt barfuß zu Beginn unmöglich. Man nachdem die ersten Schritte auf die Ferse eher hart waren, entlastet man erst den Fuß fort und läuft eventuell über den Vorfuß. Im Nachgang gewöhnt man sich aber immer weiter daran den normalen Gang wieder aufzunehmen über die Ferse, wie es die Anatomie es vorsieht. 

Deine Füße können barfuß nicht faulenzen. Der veränderte Fußaufsatz zwingt alle deine Muskeln voll mitzuarbeiten.

Ein kurzer Blick auf die Menschheitsgeschichte verrät: Genauso soll es sein. Unsere Vorgänger mussten zum Teil stundenlang barfuß durch die Natur laufen um Beute zu jagen oder Essen zu sammeln.

 

Ist es wirklich gesund?

Ja, barfuß laufen ist gesund. Hast du mal bemerkt, dass du beim barfuß laufen so gut wie gar nicht umknickst? Die Füße machen ihren Job einfach perfekt. Bei jedem Schritt arbeiten Muskeln, Sehnen, Nerven und Bänder als eine Einheit zusammen um dafür zu sorgen, dass wir so eine flüssige Schrittabwicklung haben

Die ständige Arbeit die der Fuß barfuß leisten muss hält ihn fit. Die Muskeln bleiben stark oder werden wieder deutlich gestärkt, damit deine Füße funktionieren wie es von der Natur vorgesehen ist. Steckst du deine Füße nun in Schuhe werden Muskeln, Sehnen und Bänder weniger stark gefordert. Nach und nach werden deine Fußmuskeln schwächer und die Koordination schlechter. Deine Füße ruhen sich immer mehr darauf aus das sie vom Schuh Unterstützung bekommen.

Folgen des konstanten Schuhe-Tragens sind oft Senk-, Spreiz- oder Knickfüße (darauf werde ich in einem meiner nächsten Artikel noch genauer eingehen), das wiederum wirkt sich meistens ungünstig auf deine Beinachsen aus und kann – je nach individuellen Voraussetzungen – auch zu Hüftproblemen und Rückenschmerzen führen. Leider sorgen die Untergründe auf denen wir täglich laufen müssen wie z.B. der Asphalt, Betonboden, Estrichboden dafür, dass unsere Füße sich nach und nach immer mehr verformen, wenn wir nichts dagegen tun.

Das heißt aber nicht, dass du ab sofort nur noch barfuß laufen solltest. Vor allem, wenn du fast immer Schuhe trägst müssen deine Füße sich nach und nach an die neue Belastung gewöhnen. 

Es gibt ein Paar Grundsätze die man zur Eingewöhnung einhalten sollte:

 

- langsam anfangen

 

- wähle zum starten weiche Untergründe aus

 

- Besuche einen Sinnespfad/Barfußpfad

 

- Trainiere deine Fußmuskulatur regelmäßig

 

                                                                                                        - Unterschätze deinen Körper nicht

Wann sollte man nicht Barfuß laufen?

Bei Diabetispatienten kann es zum “Diabetischen Fußsyndrom” kommen. Dabei sind die Nervenfasern der Füße geschädigt. Bedeutet: Die Reizweiterleitung der Nerven im Fuß ans Gehirn funktioniert nur eingeschränkt. Schmerzen oder Verletzungen an den Füßen werden spät oder gar nicht bemerkt (je nach schwere Grad). Wunden bei Diabetikern heilen deutlich langsamer, deshalb sollte es hier vermieden werden.   

Auch Arthrosepatienten (vor allem im Fuß/Sprunggelenksbereich) sollten das barfuß laufen sicherheitshalber nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt erproben und dabei beobachtet werden. Durch die höhere Belastung der Füße kann es dazu führen, dass die krankheitsbedingten Schmerzen sich hierdurch verschlimmern. 

Auch bestimmte Fußdeformitäten (z.B. bestimmte Fehlstellungen des Fußes oder der Zehen) führen leider dazu, dass es nahezu unmöglich ist sich überhaupt barfuß zu bewegen.

Fazit

Kleines Fazit zum Schluss

 

Sollst du jetzt deine Schuhe an den Nagel hängen und nur noch Barfuß laufen?

 

Nein natürlich nicht !!!!!

 

Schuhe haben natürlich ihre Daseinsberechtigung. Das trainieren der Fußmuskulatur ist definitiv gesund und hilft dir länger fit zu bleiben, vor allem was die Füße, Knie und den Rücken angeht. Aber nach intensiven Trainingseinheiten tut es dem Fuß auch gut wieder seine Entlastungen zu bekommen, in dem Fall durch die Stütze des Schuhs, der ihm die Arbeit abnimmt..

 

Da wir schon die meiste Zeit unseres Lebens mit Schuhen verbracht haben, können wir keine Wunder von unseren Füßen verlangen.

 

Du fragst dich jetzt bestimmt, was ich von Barfußschuhen für den ganz normalen Alltag halte. Es gibt natürlich auch Barfußschuhe die für das Training verwendet werden können, allerdings bin ich persönlich kein großer Fan hiervon, allerdings sind mir vielleicht auch noch nicht die richtigen begegnet. Im Alltag haben wir in der Regel harte Untergründe auf denen wir uns bewegen und die Stoßwellen durch den festen Auftritt müssten durch unsere Gelenke abgefangen werden und das führt über lange Sicht wieder zu Problemen im Sprunggelenk oder Knie. Jedoch muss das jeder für sich selbst entscheiden. Im Alltag empfehle ich eher einen Schuh mit fester Hinterkappe und etwas festerem Boden als Unterstützung für die Füße. Zuhause direkt die Schuhe aus.

 

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Der Blogger

Mein Name ist Patrick, ich bin 33 Jahre alt, verheiratet und habe 2 wunderbare Kinder.

Ursprünglich wollte ich meine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker machen, allerdings musste ich diese nach dem 1. Lehrjahr aufgrund einer Allergie gegen Öl- und Schmierstoffe abbrechen. Durch Zufall bin ich dann an meinen jetzigen Beruf geraten nachdem ich ein Praktikum gemacht hatte.

Das Ursprungsziel war es eine handwerkliche Ausbildung zu machen um danach zur Berufsfeuerwehr zu gehen, da ich dies ja schon ehrenamtlich mache, allerdings hat mich damals eine Sportverletzung zum umdenken gebracht.

Im Jahr 2006 habe ich meine Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher begonnen und 2010 erfolgreich abgeschlossen. 

Nachdem ich dann über mehrere Arbeitgeber zu meinem jetzigen gekommen bin, habe ich gemerkt, dass dieser Beruf für mich einfach eine Berufung ist die mich voll und ganz erfüllt,  weil ich hier den Menschen helfen kann und meine Kreativität freien lauf lassen darf, deshalb war für mich klar, hier machst du deinen Meisterbrief.

Von 2013 bis Mitte 2021 war ich in einer Klinik eigenen Orthopädischen Werkstatt beschäftigt, in der ich seit meinem Meisterbrief 2015 die Schuhtechnik leitete und integrieren durfte. Die Klinik ist eine der führenden rheumatologisch/orthopädischen Fachklinik in Deutschland. Die Zeit in der Sendenhorster Klinik war für mich die prägenste Zeit, hier wurden alle meine jetzigen Interessen und die liebe zum Beruf in die richtigen Wege gelenkt. 


Allerdings hat es mich aus Familiären Gründen, sowie der beruflichen Weiterentwicklung im Sommer 2021 jetzt nach Unna in die Hansestadt geführt. Hier leite ich jetzt als Werkstattleiter die Orthopädieschuhtechnik.

Aller Anfang ist schwer! Der Weg hierher war nicht immer einfach für mich. Aber ich würde um keinen Preis der Welt etwas ändern wollen. Meine Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin - und ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Und genau das, kann ich jetzt an meine Patienten/Kunden weitergeben. 


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